Achselschweiß risikoarm und effektiv behandeln

Botox-Behandlung gegen Schwitzen bei Achselschweiß

Mit einer Verabreichung des Proteins Botulinumtoxin in die Haut lässt sich das Schwitzen stoppen oder zumindest sehr stark bremsen. Dieser Effekt ist durch Beobachtung nach erfolgter Faltentherapie der Stirn entdeckt worden. Die Behandlung kann ohne Schmerzen erfolgen und die Dauer des Therapie-Effekts beträgt ca. sechs Monate. Im Gegensatz zur täglichen Leitungswasser-Iontophorese ist dieses Verfahren für den Patienten mit erheblich weniger Zeitaufwand verbunden - bei wesentlich deutlicherem Therapie-Erfolg.

Bei ständig nassen Achseln durch übermäßigen Achselschweiß wird das Medikament Botulinumtoxin (z.B. Botox®) nach einer oberflächlichen Betäubung mit einem Anästhesie-Gel, in die Hautschicht gespritzt, in der die Schweißdrüsen sitzen. Die Behandlung wird gut toleriert und dauert 15 Minuten.

Vor einer Therapie des übermäßigen Schwitzens sollte eine ursächliche Erkrankung allgemeinmedizinsch ausgeschlossen werden und eine Schilddrüsendiagnostik erfolgen. Eine Substitution mit Schilddrüsenhormonen - im Falle eines Mangels - kann evtl. das Phänomen beheben.

Eine alternative Behandlungsmethode für das vermehrte Schwitzen ist die Absaugung der Schweißdrüsen. Die Risiken sind hierbei zwar geringer als bei der Durchtrennung des Grenzstrangs (thorakale Sympathektomie), jedoch handelt es sich um eine Operation mit Narkose. Es entstehen erhebliche Blutergüsse, deren Nachsorge und Kompressionsbehandlung relativ aufwändig sind. Oft werden bei dem Verfahren nicht alle Schweißdrüsen komplett entfernt, so dass einzelne Schwitz-Areale übrig bleiben, die weiteren Behandlungsbedarf erfordern.

Die Durchtrennung des Grenzstrangs (thorakale Sympathektomie) ist als Operation im Brustkorb mit den üblichen Operationsrisiken behaftet und sollte nur als allerletzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Oft stellt sich nach der Operation ein kompensatorisch vermehrtes Schwitzen an anderen Körperpartien ein.

Deodorants bzw. Anti-Transpirants mit Aluminium-Salzen haben in leichten Fälllen einen Erfolg, jedoch muss die Benutzung wegen Entstehung einer schmerzhaften Dermatitis häufig unterbrochen werden.

Das Medikament Botox® ist für die Behandlung der Hyperhidrosis axillaris (vermehrter Achselschweiß) in Deutschland zugelassen und seine Wirksamkeit in vielen unabhängigen Studien belegt. Im Vergleich zu allen Therapiealternativen bestehen bei der Behandlung mit Botulinumtoxin A die geringsten Nebenwirkungen und die Behandlung ist am angenehmsten. Die Kosten der Behandlung mit Botox® gegen Schwitzen betragen zirka 650 Euro. Preise und Kosten der Botoxbehandlung gegen Schwitzen.

Alternative: Iontophorese gegen Schweißhände ohne Schmerzen

Die Hand lässt sich mit zwei schmerzarmen 'Pieksern' am Unterarm in der Nähe des Handgelenks betäuben. Dadurch ist eine schmerzlose Behandlung der Schweißhände mit Botox® möglich. Sollte diese Anästhesieform nicht gewünscht sein, steht die Botox®-Iontophorese alternativ zur Einschleusung des Botulinunmtoxins zu Verfügung. Bei der Iontophorese verwenden wir einen geringen elektrischen Strom zur Einbringung des Medikaments in die Haut. Die elektrische Ladung des Wirkstoffmoleküls wird ausgenutzt um dieses vom Pol zum Gegenpol zu bewegen - auch durch die Haut. Diese Behandlung tut nicht weh und ist sehr effektiv. Pro Hand dauert die Behandlung ca. 30 Minuten. Die Bildung von Handschweiß reduziert sich deutlich ab dem dritten Tag nach der Behandlung und hält ca. sechs Monate an.

Bei der Applikation per Injektionskanüle ist eine typische Nebenwirkung die Schwächung der feinen Handmuskeln. Dieses Phänomen wurde in internationalen Studien bei der Botox®-Iontophorese nicht beobachtet.

Therapie bei Tennisarm, Golferellenbogen, Fersensporn und Migräne

Schmerzen, die eine muskuläre Ursache oder Beteiligung haben, können mit Botulinumtoxin wirksam therapiert werden. Hierbei handelt es sich nicht nur um die Ausschaltung von Symptomen wie z. B. durch Applikation von Analgetika. Durch eine Ruhigstellung oder Entlastung der Muskulatur im definierten Areal kann ein entzündlich gereiztes Gebiet, wie z. B. bei Tennisarm (Epicondylits lateralis), Golferellenbogen oder Plantarfasziitis ("Fersensporn-Krankheit"), zur Abheilung gebracht werden. Ebenso können mit der Botox®-Behandlung Verspannungen der Wirbelsäulen-Muskulatur im Rücken- oder Halsbereich längerfristig gelöst werden. Meist führt eine einmalige Behandlung zum Erfolg.

Bei vielen Patienten (ca. 50%) führt die Faltenbehandlung auf der Stirn zu einer verringerten Migräne-Anfallshäufigkeit.