Medizin > Gefäßchirurgische Sprechstunde
Angiologische, gefäßchirurgische, phlebologische Sprechstunde in Düsseldorf
Professor Dr. med. Dr. h.c. Wilhelm Sandmann, Universitätsprofessor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, ist ein weltweit anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der gefäßchirurgischen Erkrankungen. Über die Altstadt-Praxis bietet Prof. Sandmann eine privatärztliche Sprechstunde an. Gefäßchirurgische Operationen werden im St. Bernhard - Hospital in Kamp-Lintfort am Niederrhein, NRW, durchgeführt.
Bitte melden Sie sich dort unter 0 28 42/70-82 58 um einen Termin zu vereinbaren.
Studium der Medizin an der Wilhelmsuniversität in Münster und an der Christian-Albrechts-Universität,Kiel
1968-1971: Medizinalassistent und Weiterbildung zum Facharzt für Chirurgie, Städt. Krankenhaus Itzehoe
1970: Erteilung der Approbation durch das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein
1971-1975: Weiterbildung zum Facharzt für Chirurgie Klinikum der Universität Düsseldorf
1974-1975: Forschungsstipendium des Landes NRW am Centre d’Etudes des Techniques Chirurgicales Hopital Broussais, Paris
1975: Promotion zum Doktor der Medizin
1976: Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Gefäß-,Kinder- und Unfallchirurgie der Univ. Düsseldorf
1977: Habilitation
1977-1997: Auslandsaufenthalte in den USA, Japan, Australien, Frankreich, Belgien
1979: Leiter der Sektion Gefäßchirurgie an der Chirurgischen Universitätsklinik Düsseldorf
1981: C3-Professor für Chirurgie an der Universität Düsseldorf
1984-1994: Gründungs- und Gründungsvorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie
1987: Gründungs- und Gründungsvorstandsmitglied der European Society for Vascular Surgery
1993: Berufung auf den neu gegründeten Lehrstuhl "Gefäßchirurgie" und Übernahme der Leitung der Klinik für Gefäßchirurgie und Nierentransplantation in Düsseldorf
1996: Ehrenmitglied der Division of Vascular Surgery des Royal Australasian College of Surgeons
2000: Ehrenmitglied der Amerikanischen Society for Vascular Surgery
2002: Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Athen
1984-2009: Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Nierentransplantation an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
Unter der Leitung von Professor Sandmann ist an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in den letzten 30 Jahren ein bedeutdendes, überregionales Zentrum für Operationen an den Blutgefäßen entstanden. Die Chirurgie der Arterien zur Wiederherstellung der Durchblutung bei akuten und chronischen Verschlussprozessen umfasst typischerweise Operationen an den Halsschlagadern oder Bypassoperationen bei arterieller Verschlusskrankheit. Pro Jahr wurden mehr als 1500 Operationen an der Aorta und den Körperarterien durchgeführt. Die Wiederherstellung des Blutflusses bei Venenthrombosen der großen Venen (Hohlvenen), aber auch der Becken-, Bein- und Schultervenen, wurde bei Vorteilen gegenüber der konservativen Therapie operativ durchgeführt.
Gefäßchirurgische Diagnosen
Die Gefäßchirurgie behandelt Erkrankungen des arteriellen und des venösen Blutsystems. Die gefäßchirurgischen Operationen stellen den eingeschränkten oder nicht vorhandenen Blutfluss zu Körperorganen und Extremitäten wieder her. Sowohl die Verengung und die Verlegung als auch die Erweiterung der Arterien und der Venen behindern die sichere Blutversorgung und sorgen für zahlreiche Krankheitsbilder. So führt z.B. die Streuung von Blutgerinnseln bei Arteriosklerose der hirnversorgenden Blutadern zu einem Schlaganfall oder das Platzen der erweiterten Bauchschlagader zum Tod durch innere Verblutung.
Arterielle Erkrankungen
Aneurysma, Bauchaortenaneurysma (BAA)
Chronische periphere arterielle Verschlusserkrankung (AVK)
Karotisstenose
Nierenarterienstenose
Thorakales Aortenaneurysma (TAA)
Venöse Erkrankungen
Besenreiser
Krampfadern, Varikose
Phlebitis, Thrombophlebitis
Thrombose, Venenthrombose (Beine, Becken, Arm-Schulter)
Cavathrombose in der Schwangerschaft, Thrombose der unteren Hohlevene bei Schwangeren
Gefäßanomalien, Gefäßmissbildungen
Kindliche Gefäßanomalien, Gefäßerkrankungen bei Kindern
Aplasie der Aorta, Aplasie der großen Hohlvene
Arterio-Venöse Shunts, Anlage von Dialyse-Shunts
Aneurysma
Ein Aneurysma ist eine krankhafte Erweiterung einer Schlagader (Arterie). Durch die Ausdehnung der Gefäßwände (Aussackung der Blutgefäße) besteht ein Risiko der Gefäßruptur, d.h. die Schlagader kann platzen. Der plötzliche Blutverlust kann tödlich sein (innere Verblutung). Das Aneurysma der Bauchaorta (Hauptschlagader im Bauch) ist am häufigsten, es wird Bauchaortenaneurysma (BAA) genannt. Meist ist es oberhalb der Nierenarterienabgänge lokalisiert, es gibt aber auch Aneurysmen der Bauchaorta, die die Nierenarterien einschliessen. Dadurch kann die Blutzufuhr zu den Nieren gefährdet sein. Seltener sind Erweiterungen der Hauptschlagader im Brustkorb (Thorakales Aortenaneuryma - TAA). Diese können herznah lokalisiert sein oder den Aortenbogen betreffen. Hierdurch kann die Blutversorgung des Gehirns und der oberen Extremitäten gefährset werden. Aneurysmen treten nicht nur natürlich, sondern auch an einer Nahtstelle nach einer Gefäßoperation auf (Anastomosenaneurysma).
AVK - Arteriosklerose
Die Arterielle Verschlusserkrankung (AVK) ist eine chronische, krankhafte Verengung peripherer Arterien. Diese Gefäßverengung wird durch kalkartige Ablagerungen (Arteriosklerose) an den Gefäßwänden verursacht. Die chirurgische Entfernung der Kalkablagerungen (arteriotischer Plaque) wird als Thrombendarteriektomie bezeichnet. Oft müssen die stark veränderten Blugefäße durch einen Bypass (Beinvenen-Bypass) ersetzt werden.
Karotisstenose
Die Verengung der Halschlagader (Arteria carotis) wird als Karotisstenose bezeichnet. Es handelt sich um die Arteriosklerose der hirnversorgenden Arterien. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der arteriosklerotischen Einengung der Halsschlagader und dem Risiko eines Schlaganfalls (Apoplex). Die Ausschälung des Plaques ist die Thrombendarteriektomie. Zur Wiederherstellung eines laminaren Blutflusses kann die Arterie mit oder ohne Venenpatch wieder verschlossen werden. Der plötzliche Verschluss der Halsschlagader erfordert eine Notoperation um die Blutversorgung des Gehirns wiederherszustellen.
Nierenarterienstenose
Die Verengung der Nierenarterien führt zu Bluthochdruck, da die hormonelle Blutdruckregelung über die Nebennierenrinde gesteuert wird. Dieser Erfordernishochdruck, der im Sinne eines Teufelskreislaufs wieder zu einer verstärkten Arteriosklerose führt, kann durch eine Wiederherstellung des ausreichenden Blutflusses zu den Nieren durch die Nierenschlagadern kausal therapiert werden. Die Nierenarterien können thrombendarteriektomiert, d.h. ausgeschält werden oder über einen Ballon aufgedehnt und mit einem Stent offengehalten werden.
Krampfadern, Varikosis
Nicht funktionierende Venenklappen führen zu einer Erweiterung der oberen Beinvenen. Die ausgesackten und erweiterten Venen werden auch Krampfadern genannt. Die erweiterten Beinvenen verschlimmern die Klappenleistung der Venen und führen zu einem vermehrten Blutstau. Die Folge von Krampfadern sind müde und schwere Beine. Ein erhöhter Gewebsdruck führt über längere Zeit zu offenen Beinen. Schon lange vor dem Eintreten dieser ernsten Komplikationen sind Krampfadern ein Beschwernis mit krankheitscharakter und zudem ein ästhetisches Problem.
Phlebitis, Thrombophlebitis
Eine Entzündung der Venen wird Phlebitis genannt. Diese Entzündung tritt im Zusammenhang mit einer Thrombose oder einer Gefäßablagerung auf.
Thrombose, tiefe Venenthrombose
Die Bildung eines Blutgerinnsels in einer Vene stört den Blutfluss in der Vene. Der Thrombus (Blutgerinnsel) haftet an der Venenwand, zerstört die Venenklappen und führt zu einer narbigen Veränderung der Gefäßwand.
Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld ist die Chirurgie von Aneurysmen der Aorta im Bauch und Brustkorb (Aussackungen von Blutgefäßen) oder der Arterien. Der renommierte Gefäßchirurg verfügt über besondere Erfahrung bei der Behandlung von Thrombosen und Krampfadern sowie bei der Venenrekonstruktionschirurgie. Bei frischen Thrombosen der unteren Hohlvene und der Bein-Beckenvenen werden Operationen am Venensystem durchgeführt, um eine Lungenembolie und ein späteres postthrombotisches Syndrom (offene Beine) zu verhindern. Besondere Erfahrung hat der Operateur bei der Chirurgie von Thrombosen während der Schwangerschaft.
Weitere Schwerpunkte
- kindliche Gefäßanomalie oder Gefäßmissbildung
- langstreckiger Venenersatz bei Fehlbildungen der unteren Hohlvene
- Chirurgie von Aortendissektionen
- operative Behandlung von Krampfadern
- Dialyse-Shuntchirurgie (Herstellung von Gefäßzugängen für die Dialyse)
- Chirurgie der supraaortalen Äste
- durch Arteriosklerose hervorgerufene Gefäßverengung
- Operationen an den Halsschlagadern (A. carotis) zur Verhinderung eines Schlaganfalls
- Eingriffe an den supraaortalen Ästen (Truncus brachicephalicus-Ersatz mittels Sternotomie, Rekonstruktionen an der A. subclavia und A. vertebralis, Hybrid-Operationen zur Vorbereitung einer thorakalen Aortenstents)
- Aufdehnungen der Gefäße mittels Katheter (Dilatation, Stent)
- Ersatz von Gefäßprothesen bei Protheseninfektion, Stenose oder Anstomosenaneurysma
Präoperative medizintschnische Diagnostik
- Plethysmographie
- Lichtreflexionsrheographie
- Doppleruntersuchungen
- Duplexsonographie
- Laboruntersuchung des Bluts und der Gerinnungsfaktoren
- maschinellen Autotransfusion und Eigenblutspende reduziert den Einsatz von Fremdblutkonserven
Forschung und Lehre
Professor Wilhelm Sandmann führte nationale und internationale Multicenterstudien mit anderen gefäßchirurgischen Zentren in Deutschland und England durch. So z. B. interdisziplinäre Forschungsprojekte mit anderen Kliniken und Instituten zu Behandlungsoptionen bei tiefen Venenthrombosen. Weitere wichtige Forschungsprojekte erfassten und untersuchten das Auftreten von „Durchgangssyndromen“ im Rahmen von Operationen. Darüber hinaus wurden verschiedene Projekte zur Klärung der Ätiopathogenese der arteriellen Dissektionen sowie Familienscreening und Multizentrizität bei Carotis-„Glomus“-Tumoren durchgeführt.
Experimentelle Forschungen befassten sich mit der Ischämietoleranz von Darm, Rückenmark und Nieren bei vorübergehender Aortenabklemmung sowie der Wertigkeit motorisch hervorgerufener Potenziale zur Früherkennung von Durchblutungsstörungen des Rückenmarkes bei Aortenabklemmung. Eine weitere Arbeitsgruppe untersuchte das Einheilungsverhalten unterschiedlicher Gefäßprothesen.
Klinische Schwerpunkte
Die Klinik für Gefäßchirurgie und Nierentransplantation hat sich in den vergangenen 30 Jahren zu einem bedeutenden überregionalen Zentrum für Operationen an den Blutgefäßen und für die Nierentransplantation entwickelt. In der Klinik werden jedes Jahr ca. 1500 Operationen an der Aorta und den Arterien und ca. 120 Nierentransplantationen durchgeführt.
Periphere arterielle Verschlußkrankheit
Besondere Expertise besteht bei der Behandlung der peripheren arteriellen Verschlußkrankheit (pAVK), die sich entweder als Schaufensterkrankheit mit reduzierter Gehstrecke oder als kritische Durchblutungsstörung mit drohendem Beinverlust bei offenen Stellen am Fuß äußert. Eine besondere Gruppe stellen hierbei Diabetiker mit diabetischem Fußsyndrom dar. Die Patienten werden entweder zusammen mit unseren Radiologen durch eine Gefäß-Dilatation oder bei fortgeschrittenen Fällen durch einen operativen Eingriff, z.B. mit einem Bypass, behandelt. Wir haben in den letzten 10 Jahren über 700 Patienten mit einer kritischen Durchblutungsstörung des Beines behandelt und konnten in ca. 90% das Bein retten und den Patienten vor einer Amputation bewahren. Bei fehlendem eigenen Gefäßersatzmaterial, wobei hier neben der Vena saphena magna routinemäßig auch die Vena saphena parva, Armvenen und die Vena profunda femoris verwandt werden, greifen wir auch auf Gefäßmaterial von hirntoten Spendern als Gefäßtransplantation zurück.
Bauchaortenaneurysma (BAA), thorakales Aneurysma (TA), thorakoabdominelles Aneurysma (TAA)
Die Klinik verfügt darüber über besondere Erfahrung bei der Operation von Aneurysmen(Aussackungen von Blutgefäßen) der Aorta im Bauchraum(BAA) aber auch im Brustraum (thorakales Aneurysma TA, thorakoabdominelles Aneurysma TAA). In den letzten 30 Jahren wurden fast 1000 Patienten mit einem thorakalen oder thorakoabdominelle Aneurysma operiert. Neben dem offenen Aortenersatz mit Prothese kommt szunehmend auch die endovaskuläre Technik zum Einsatz (Einbringen eines Aorten-Stents mittels Kathetern).
Viszeralarterien, Nierenarterien, Nierentransplantationen
Ein weiter Schwerpunkt stellen Operationen an den Eingeweidearterien Viszeralarterien) bei Durchblutungsstörungen des Darms sowie Operationen an den Nierenarterien dar. Eine besondere Expertise wurde dabei auch für die Operation von Nierenarterien-Aneurysmen (Aussackungen der Nierenarterien) erworben.
Venöse Anomalien, Thrombose
Ein besonderes Anliegen ist uns auch die Behandlung von Thrombosen und venösen Gefäßanomalien. Bei frischen Thrombosen der unteren Hohlvene (V. cava inferior), der oberen Hohlvene (V. cava superior) und der Bein-Beckenvenen werden Operationen am Venensystem durchgeführt, um eine Lungenembolie und ein späteres postthrombotisches Syndrom (offene Beine) zu verhindern. Besondere Erfahrung hat die Klinik Bei der Behandlung von Thrombosen während der Schwangerschaft. Die Schwangeren und Neugeborenen werden von einem erfahrenen Team bestehend aus Gefäßchirurgen, Gynäkologen, Pädiatern und Gerinnungsspezialisten behandelt.
Gefäßfehlbildungen im Kindesalter Zusammen mit Pädiatern unserer Klinik werden Kinder und Jugendliche mit angeborenen Gefäßerkrankungen betreut und von uns operiert, wir z.B. mit einer Coarctatio aortae. Dieses Krankheitsbild äußert in einer Engstellung der Hauptschlagader in dem Bereich der Nierenarterienabgänge. Die Kinder sind oft leistungsschwach und leiden unter Bluthochdruck.
Forschungsschwerpunkte
Die Forschungsschwerpunkte ergeben sich zu einem großen Teil aus dem operativen Spektrum der Klinik. Es bestehen Forschungstätigkeiten mit entsprechender internationaler Vernetzung in den Bereichen:
Thorakoabdominelles Aneurysma, hier insbesondere Verhinderung von Komplikationen wie Querschnittslähmung oder Nierenversagen durch unterschiedliche Shunttechniken
Chirurgie beim akuten Verschluß der Halsschlagader, Teilnahme an internationalen Studien zur Therapie der Einengungen von Halsschlagadern (ACST, ACST 2)
Nierenarterienstenose und -aneurysma, hier insbesondere Vergleich der operativen mit interventionellen Techniken (Ballondilatation und Stent)
Operative Therapie der pAVK (Arteriosklerose) unter Berücksichtigung der begleitenden Risikofaktoren wie Diabetes mellitus und Niereninsuffizienz, Betreuung und Monitoring gefäßtransplantierter Patienten
Optimierung der Operationstechniken bei Ruptur eines Aneurysma, bei Einengungen der Eingeweideschlagadern (chronisch viszerale Ischaemie, DArmischämie) und bei seltenen Gefäßerkrankungen (kindliche Gefäßerkrankungen, Coral reef aorta, Protheseninfektion)
Gerinnungsmanagement bei Venenthrombose (Thrombophilie) und bei großen gefäßchirurgischen Eingriffen (ROTEM)